Montag, 12. Oktober 2009

Rock 'n' Roll mal etwas anders

Am Freitag morgen um 6.00 Uhr ging die 'Mulga-Tour' los von Alice Springs in Richtung Westen mit dem ersten Ziel King's Canyon. Um sich besser kennenzulernen, immerhin waren glaube ich 20 Leute im Bus, musste sich jeder kurz vorstellen und seinen Namen dann an sein Fenster schreiben. Nachdem sich dann auch unsere Reiseleiterin Halley vorgestellt hatte, durften sich alle noch einmal ausruhen denn die Fahrt dauerte etwa sieben Stunden...

Am King's Canyon angekommen erwartete uns tolles Wetter und natürlich ein riesiger Canyon. Wir konnten wählen zwischen einer halbstündigen und einer dreistündigen Wanderung und haben uns natürlich alle für die dreistündige Wanderung auf dem Canyon entschieden. Das erste Stück waren Treppen ?!?! (das ist alles sehr sehr Touristisch ausgelegt) und dann konnte man auf dem Canyon eine vorgegebene Route entlangwandern. Es ist unglaublich wie viele
Leute/Gruppen auf dem Canyon herumwandern und ich war einer von ihnen :-D.


Die Wanderung war trotzdem sehr schön und einzigartig. Nach der Tour ging es wieder zurück in den Bus um nocheinmal zwei Stunden zu unserem Outdoorcamp zu fahren.

Dort angekommen war es auch schon dunkel und wir fingen an zu kochen, Feuer zu machen und die 'Swags' zu verteilen. Swags sind aufgebaut wie Schlafsäcke, auf der Oberseite ist ein Reisverschluss und auf der Unterseite eine dünne Matratze. Wenn man ihn ausgerollt hat schlüpft man mit seinem Schlafsack in diesen Swag und das war dann unser Bett für die zwei Nächte unter freiem Himmel. Trotz das es nachts recht kalt wird war es unglaublich warm im Swag und es gab nur einen Asiaten der gefroren hat, weil er wohl nicht gecheckt hat das er seinen Schlafsack noch holen muss. (Toll war wenn man nachts kurz aufwacht und dann sofort den Sternenhimmel über einem sieht!)
Am Samstag morgen wurden wir dann von der Sonne geweckt und nach einem kurzen Frühstück ging es dann in Richtung Kata Tjuta (The Olgas) ca. 60 km weit weg vom Uluru (Ayers Rock), beides Heilige Stätten der dort immer noch lebenden Aboriginals. Am Kata Tjuta angekommen konnten wir dann wieder zwischen verschiedenen Wegen wählen. Unser Weg ging durch verschiedene Domes (Felsen-Dome) von denen es genau 36 Stück gibt.


Da es eine heilige Stätte der Aboriginals war es verboten abseits der Wege zu laufen oder die Domes zu betreten.


Am Nachmittag haben wir uns dann zum Bekanntesten Australischen Berg begeben, dem Uluru (Ayers Rock).

Zuvor hat uns unser Guide noch über die Kontroverse mit der Besteigung des Ayers Rock aufgeklärt. Der Berg wird von den lokalen Aboriginals als heilige Stätte angesehen, das aus ihrer Sicht nicht bestiegen werden darf. Sie hindern aber niemanden daran. Der Aufstieg wird zwar geduldet, aber nicht gern gesehen. Der Aufstieg ist auch sehr anstrengend und es sind auch schon ca. 35 Touristen dort ums Leben gekommen. Deshalb habe ich mich mit ein paar anderen entschieden den Base-Walk um den Berg herum zu machen, für den wir auch ca. 2,5 Stunden gebraucht haben.



Am Abend waren wir dann noch zum Sonnenuntergang auf einem extra für Sonnenuntergänge gebauten Busparkplatz um das allzubekante Bild zu machen.

Ich weiß das ich selbst so eine Tour mitgemacht habe, aber das ist schon ein komisches Bild, wenn Reisebusse ihre Plastikstühle und den Grill für ihre Teilnehmer auspacken... Bei uns gab es statt Wein und Erdnüsse nur selbst mitgebrachtes Dosenbier :-D
Übernachtet wurde diesmal auf einem Campingplatz mit Duschen, aber zum Glück wieder in den Swags.
Am Sonntag ging es dann zum um kurz vor 5 los um den Sonnenaufgang am Uluru anzuschauen, allerdings haben wir uns darauf verständigt, nicht auf den extra für Sonnenaufgänge gebauten Busparkplatz zu begeben, sondern wieder auf den Sonnenuntergang Parkplatz um zu sehen wie die Sonne neben dem Berg aufgeht.




Dies war die richtige Entscheidung, denn wir waren nahezu alleine.


Danach konnten wir dann noch für eine halbe Stunde ins Information Center, ehe wir dann wieder Acht Stunden zurück nach Alice Springs gefahren sind.
Am Abend hat sich die Gruppe dann in unserem Hostel getroffen um den Abschluss zu feiern.



Hervorheben muss ich noch das es eine super Gruppe war und es vor allem auch wegen den Leuten unheimlich viel Spaß gemacht hat. Am Montag hatten dann alle einen kleinen Hangover (Kater), was uns aber nicht davon abhielt nocheinmal auf den Anzac Hill zu steigen um den Sonnenuntergang anzuschauen und danach zusammen Spaghetti zu kochen.


Am Dienstag stand dann der Rückflug auf dem Programm, zurück von Alice Springs (30-35°C + Sonnenschein) nach Melbourne ( 18°C + Nieselregen)
Jetzt habe ich nur noch Zwei Wochen meine Geschichtsvorlesungen mit anschließender Prüfung, ehe das Semester dann auch schon wieder vorbei ist. Ende des Monats geht es dann auch schon für eine Woche klettern in die Grampians.Bis bald

Semesterbreak in Alice Springs

Am 29. September ging mein Flug von Melbourne aus nach Alice Springs, welches mitten in Australien liegt. Die Flugzeit betrug 2 Stunden, was für europäische Verhältnisse etwa mit Deutschland-Spanien vergleichbar ist. Man verschätzt sich hier unglaublich schnell in den Entfernungen. Der Temperatur unterschied zwischen Melbourne und Alice Springs lag auch bei ca. 10-15°. Dort angekommen konnten wir gleich unser Gepäck im Zimmer verstauen und ein bisschen die Stadt erkunden.

Die Stadt hat etwa 20.000 Einwohner (230.000 Touristen pro Jahr) und ist sozusagen der Zwischenstop oder Ausgangspunkt für die Sehenswürdigkeiten wie Uluru, Kata Tjuta und King's Canyon.
Ich und meine 'Kommilitonin' hatten für Freitag einen 3-Tages-Rock-Trip, mit der Organisation Mulga's, gebucht. Deshalb hatten wir noch zwei Tage Zeit um uns alles in Ruhe anzuschauen und noch etwas am Hostel-eigenen Pool zu relaxen. Am Donnerstag sind wir dann etwas in die Stadt gegangen um Essen einzukaufen und für Freitag haben wir uns eine Fahrradtour durchs Outback zum Simpson's Gap vorgenommen.
Das Simpsons gap ist eine Felsschlucht in den MacDonell Ranges die nördlich von Alice Springs liegen. Das Gap ist aber westlich. Nachdem uns die Angestellte des Hostels gesagt hatte das eine Strecke 18 Kilometer beträgt und das auch immer wieder welche machen, dachten wir das können wir auch und sind dann am Donnerstag morgen um ca. 8 Uhr losgefahren um nicht in der größten Hitze zu fahren. Nach Sieben Kilometern entlang der Straße konnte man dann auf einen Rad/Wanderweg abseits der Straße ausweichen. Die Landschaft dort war einmalig, man stellt sich das Outback immer kahl und leer vor, aber hier gab es mehr grün als man sich vorstellt.
Allerdings ist hier trotzdem alles sehr trocken und heiß. Deshalb sollte jeder ca. 3 Liter Wasser mit sich tragen. Als wir dann einen kleinen Hügel hinabgefahren sind haben wir natürlich nicht richtig auf die Straße geachtet und als ich dann plötzlich einen Schrei meiner Kommilitonin hörte und mich nach hinten umdrehte sah ich nur noch eine Schlange die sich schnell aus dem Staub machte. Sie muss sich wohl auf der Strecke aufgewärmt haben und wir sind nichtsahnend an ihr vorbei oder über sie gefahren... welch ein Schock... Nachdem wir uns wieder gefangen haben ging es weiter in Richtung Simpsons gap, auf dem Weg trafen wir dann noch auf ein Känguru-> siehe Foto.
Dort angekommen brauchten wir dann erst eine kleine Pause, ehe wir uns durch das ausgetrocknete Flussbett zum Gap liefen. Es war unglaublich windig dort, da sich der Wind durch diese schmale Öffnung durchdrängt. Nachdem wir uns dann noch mal kurz ausgeruht hatten ging es auf den Heimweg, auf den ich auch gerne verzichtet hätte, denn die Strecke war härter als gedacht und das Wetter tut auch noch sein übriges. Als wir dann um 4 Uhr nachmittags in Alice Springs wieder angekommen sind, war ich ko und musste mich erst einmal ein bisschen ausruhen. Am Abend sind wir dann noch auf den Anzac Hill gelaufen, von dem man den Sonnenuntergang schön beobachten kann.
Am nächsten Tag ging es dann früh morgens los zum Rock Trip...